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09.09.2018

Entenkinder

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Zum Ende des Sommers hat es nun auch unsere Warzenente geschafft, ein Gelege auszubrüten und führt souverän neun qietschgelbe, puschelige Küken.

Im vergangenen Jahr und auch in diesem hatten sie und wir viel Pech. Letztes Jahr störte ein Marderangriff die Spätsommerbrut, im Frühjahr diesen Jahres mehrere allzu penetrante Hühner und einmal verließ die Ente für uns scheinbar grundlos einige wenige Tage vor dem erwarteten Schlupftermin dauerhaft ihr Nest. Offenbar war auch im dritten Versuch etwas schiefgegangen.

Um überhaupt noch Warzenentennachwuchs zu bekommen, entschieden wir uns daher, wenigstens einige Eier in unserem kleinen Brutautomaten auszubrüten. Allerdings ist eine Kunstbrut bei Enten nicht so einfach wie zum Beispiel bei Wachteln oder Hühnern. Die vertragen es, ihre Entwicklungszeit von 18 bzw. 21 Tagen einfach im Brüter bei konstanten Bedingungen zu verbleiben. Nur zum Schlupftermin sollte die Luftfeuchtigkeit deutlich erhöht werden, damit die Eierschalen weicher werden und der Schlupf besser gelingt. Enteneier dagegen müssen mehr oder weniger von Anfang an regelmäßig gekühlt und mit kaltem Wasser besprüht werden, teilweise sogar mehrere Male am Tag. Das entspricht dem natürlichen Verhalten der Ente, die ihr Nest recht häufig zum Fressen und Baden verlässt und mit meist noch feuchtem Gefieder zurückkehrt. Eine Kunstbrut ist daher insgesamt mit recht viel Betreuungsaufwand verbunden. Wir gingen nach Tabellen vor und stellten uns Eieruhren, um ja nicht zu vergessen, dass der Brutautomat offen stand. Das nämlich war uns auch schon einmal passiert. Erst beim nächsten Lüften hatten wir damals festgestellt, dass der Kasten vom letzten Mal noch offenstand…

Entenkinder
Entenkinder (© Nina Dittmann)

Unsere Mühen waren erfolgreich, sechs kräftige und gesunde Küken schlüpften, die wir zunächst getrennt von den Elterntieren hielten.
Und siehe da, während wir noch mit der Aufzucht der Kleinen beschäftigt waren, polsterte sich unsere Ente ihr Nest erneut mit einer dicken Lage Stroh und Daunen, legte beinahe jeden Tag ein Ei hinein und begann ihren vierten Versuch. Wir unterstützten sie, indem wir die mitlaufenden Hühner ausquartierten und sie nur in Gesellschaft des Erpels und später ihrer sechs „Automatenküken“ beließen. Offenbar brauchte sie diese Ruhe, denn genau am errechneten Schlupftag präsentierte sie uns - wie wir fanden stolz - ihren ersten eigenen Nachwuchs, den sie direkt zur flachen Wasserschale führte. Ein fiepsender Laut der Mama, ein Eintauchen des Schnabels und alle Neune schwammen und planschten wie die berühmten „Entchen auf dem See“. Sie waren und sind so quirlig und schnell, dass wir uns am ersten Tag sogar in ihrer Anzahl vertan haben – trotz mehrfachen Zählens. Gestern waren es doch noch acht Küken und das Nest war leer, wo kommt denn das neunte plötzlich her?

Und wie bei unseren Hühnern ist uns auch hier bewusst geworden, wieviel natürlicher und schöner eine Naturbrut doch ist. Wir Menschen müssen uns keine Gedanken um die richtige Umgebungstemperatur oder die Futterzusammensetzung machen und die Kleinen sind deutlich ruhiger und weniger scheu. Sie laufen einfach mit, wachsen und lernen von den Großen – so soll es sein!

Gelesen 76 mal Letzte Änderung am 09.09.2018
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