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17.12.2016

Feuerzangenbowle

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Das Kultgetränk, über das ja schon 1944 ein Film gedreht wurde, ist wieder auffallend in! Auf den Weihnachtsmärkten in der Region ist uns das dieses Jahr besonders aufgefallen. Manchmal wurde der Punsch sogar ganz klassisch über einem offenen Holzfeuer vor Ort zubereitet und zelebriert, sehr ansprechend und stimmungsvoll!

Eigentlich ist Feuerzangenbowle gar keine echte Bowle, denn diese basiert meist auf Weißwein und typisch sind die gehaltvollen Früchte. Bei Feuerzangenbowle bildet dagegen trockener Rotwein die Grundlage. Ideal sind Dornfelder oder Spätburgunder. Der kräftige Weingeschmack harmoniert am besten mit den übrigen Zutaten. Hinzugegeben werden verschiedene Gewürze und eventuell Orangensaft, Früchtetee oder Holundersaft, damit der Punsch nicht ganz so „umwerfend“ wird.

Feuerzangenbowle
Feuerzangenbowle (© Nina Dittmann)

Früher wurde mit einer echten Feuerzange, also einem Teil des Kaminbestecks, ein Stück eines damals generell noch sehr harten Zuckerhuts genommen, mit Rum getränkt und über einem Topf mit Rotwein angezündet. Der brennenden Zucker schmolz und tropfte in den Rotwein. Heute nutzt man spezielle Topfauflagen aus Edelstahl, zur Not tut es aber auch eine feuerfeste Küchenreibe oder eine andere hitzebeständige Auflage mit größeren Löchern.
Der Zuckerhut ist immer noch wie früher geformt, auch wenn er heute viel weicher und kleiner ist als zu Vorkriegszeiten.

Traditionell wird Feuerzangenbowle in einem Kupfertopf zubereitet, den Punsch trinkt man aus passenden Groggläsern oder Tassen. Wir haben noch ein „echtes“ Feuerzangenbowlenset in Omas Keller gefunden und es mit Freude reaktiviert, gerade als es so kalt war.

Hier unser Rezept für acht Personen:

  • 2 Liter trockener Rotwein
  • 1 unbehandelte Orange
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • 300 ml Orangensaft
  • 1 bis 2 Zimtstangen
  • 4 Gewürznelken
  • 2 Kapseln Sternanis
  • 350 ml Rum (54%)

und natürlich ein Zuckerhut, wie er heutzutage extra für Feuerzangenbowle hergestellt wird.

Die Schale der Orange und Zitrone abhobeln oder dünn abschneiden, das Fruchtfleisch in kleine Stücke schneiden. Zusammen mit Rotwein, Saft und Gewürzen auf dem Feuer oder dem Herd erhitzen, nicht aber kochen lassen. Den Topf dann auf ein Rechaud oder Stövchen stellen, damit der Punsch nicht auskühlt, während der Rum verbrannt wird. Zuckerhut auf die Zange legen und über dem Topf platzieren. Einen Teil des Rums aufträufeln, bis der Zuckerhut vollständig getränkt ist, und anzünden. Nach und nach mit einer kleinen Kelle weiteren Rum auf den Zucker geben Ganz wichtig ist, dass der Rum nicht direkt aus der Flasche gegossen wird, anderenfalls kann es gefährliche Stichflammen geben!
Meist wird handelsüblicher Rum mit 54 Prozent Alkoholgehalt verwendet, so auch bei uns. Dieser wird wegen des hohen Wasseranteils aber nicht so heiß wie zum Beispiel Stroh-Rum mit 80 Prozent Alkoholgehalt. Der Zucker wird eher nur gelöst als dass er tatsächlich schmilzt und/oder karamelisiert. Wer also die Feuerzangenbowle noch geschmacksintensiver haben möchte, sollte höherprozentigen Alkohol verwenden. Es wird immer erst dann Rum nachgegossen, wenn der Alkohol der vorherigen Kelle nahezu verbrannt ist. Die Flamme sollte nicht erlöschen. Wann der Punsch süß genug ist, ist eine individuelle Entscheidung. Meist ist ein Zuckerhut auf zwei Liter Wein plus Fruchtsaft passend.

Na dann Prost!

Gelesen 829 mal Letzte Änderung am 17.12.2016