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Naturnahes Leben - Schafswolle als Bio-Dünger
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11.06.2017

Schafswolle als Bio-Dünger

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Vor kurzer Zeit habe ich eher zufällig erfahren, dass unbehandelte Schafswolle ein ausgezeichneter biologischer Langzeitdünger ist und hervorragend zur Bodenverbesserung eingesetzt werden kann.

Wie äußerst passend für uns, zumal unsere Soayschafe, die ihren dicken Pelz gerade büschelweise verlieren und große Teile der Winterwolle immer noch in Fetzen an ihren Körpern hängen.

Soayschafe
Soayschafe (© Nina Dittmann)

Schafswolle enthält unter anderem Stickstoff (etwa 12%), Phosphor, Kalium und Schwefel und beinhaltet somit viele Nährstoffe, die Pflanzen zum schnellen und gesunden Wachstum benötigen. Das gilt sowohl für stark zehrende Gemüsearten (z.B. Tomaten, Gurken, Kürbis, Zucchini) als auch für Obst- und Blühpflanzen.
Gleichzeitig ist sie ein guter Wasserspeicher, da sie, eingearbeitet in den Boden, größere Mengen Wasser aufnimmt, das bei Trockenheit wieder an die Pflanzen abgegeben wird. Schafswolle unterstützt also auch langfristig die Bodenverbesserung, gerade bei schweren und lehmigen Böden.
Zum Düngen und zur Bodenverbesserung wird sie ungewaschen in Faserbündeln nach und nach eingearbeitet bzw. bei Neubepflanzung von Töpfen oder Kübeln zuerst in das Pflanzloch gegeben. Anschließend wird die Pflanze hineingesetzt und wie üblich angegossen.

Schafswolle lässt sich auch gut zum Mulchen verwenden und soll sogar Schnecken vertreiben (was ich aber noch nicht verifiziert habe). Dazu las ich, dass man die Wolle auseinanderzupft oder zu einer Matte filzt und rund um die Pflanze legt. Die Ränder sollen mit Erde abgedeckt werden, damit ein besserer Bodenkontakt entsteht.

In Hochbeeten kann Schafswolle als wasserspeichernde, substrathaltende Drainageschicht zum Einsatz kommen. Die oberste Schicht Blumenerde und/oder Kompost bleibt wo sie ist, die Pflanzen werden von unten optimal mit Nährstoffen versorgt und der Boden ausreichend feucht gehalten. Perfekt!

Auch wenn minderwertiger Schafswolle in der industriellen Vermarktung heute (leider) so gut wie gar keine Bedeutung mehr zufällt: Hier findet sie noch eine sinnvolle, nachhaltige und ökologische Verwendung.
Übrigens gibt es mehrere Unternehmen, die unbehandelte Schafswolle industriell zu Pellets pressen. Sie sollen all die genannten Eigenschaften in komprimierter Form bieten und werden als Bio-Langzeitdünger verkauft. Die in die Erde eingearbeiteten Pellets quellen auf, sobald sie mit Wasser in Kontakt kommen und geben dabei kontinuierlich ihre Nährstoffe frei. Daneben sind sie besagter Wasserspeicher, sollen Mikroorganismen aktivieren und einer Bodenversäuerung vorbeugen.

Da wir ja quasi an der (Woll-)Quelle sitzen, haben wir schon mehrfach fleißig die losen, filzigen Büschel von trockenen Gräsern, Stöckchen und Zaunpfählen auf der Weide abgesammelt und werden sie - mitsamt den typischen Schmutz- und Strohanhaftungen - nach und nach auf unseren Gemüsebeeten verarbeiten.
Und wer es uns nachmachen möchte, kann sich gern melden – wir haben noch mehr als genug Wolle von unseren vier Schafen!

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