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09.05.2017

Ingwersirup

geschrieben von

Na, woran erinnert Euch diese Ingwerwurzel?
Gerade habe ich mal wieder Sirup gemacht, und dabei ist mir dieses außergewöhnliche Stück in die Hände gefallen.

Ingwer hat ja bekanntlich viele verschiedene Heilwirkungen auf unseren Körper: Er hilft bei Übelkeit und Verdauungsbeschwerden, kurbelt den Stoffwechsel an und wärmt den Körper durch seine Schärfe von innen. Im Winter oder bei Erkältungen ist diese Wärme wohlig, im Sommer hat sie eine anregende Wirkung auf die Schweißbildung, wodurch der Körper erfrischt wird. Eine tolle Knolle!

Ingwerpflanze
Ingwerpflanze (© Nina Dittmann)

Wir trinken gern und oft Ingwerschorle, auch wenn wir nicht krank sind und auch wenn Gingerale als Modegetränk schon lange nicht mehr so gefragt ist. Wir mögen einfach den Geschmack, gerade in Kombination mit asiatischen Gerichten.
In Abständen koche ich daher einige Fläschchen Sirup auf Vorrat, die im Keller - dunkel und kühl gelagert - Monate haltbar sind.

Für einen Liter Sirup nehme ich:

  • 400 Gramm Ingwer
  • 350 ml Leitungswasser
  • 500 Gramm braunen Rohrzucker
  • 400 ml frisch gepressten Zitronensaft

Den Ingwer schälen (sofern keine eigene Ernte oder Bio-Qualität) und in Scheiben schneiden. Zusammen mit dem Wasser, dem Zucker und dem Zitronensaft aufkochen. Wer mag, kann den Sud nach Geschmack zum Beispiel noch mit Nelken oder geriebenen Orangenschalen verfeinern.
Die Mischung abgedeckt im Topf mindestens drei Stunden ziehen lassen. Anschließend durch ein Sieb gießen und nochmals kurz aufkochen. Wie auch im Artikel „Muttersaft und Sirup“ beschrieben, fülle ich den Sirup sofort in heiß ausgespülte kleine Twist-off-Flaschen ab und verschließe sie dicht. Dadurch wird der Inhalt dauerhaft haltbar. Wir nehmen meist 200-ml-Fläschchen, da der Sirup sehr süß und ergiebig ist und ein bedeckter Glasboden, aufgefüllt mit Mineralwasser, absolut ausreichend ist.

Ingwer kann man übrigens auch sehr gut selbst kultivieren. Es reicht, eine frische, gekaufte Knolle hell und trocken vorkeimen zu lassen und dann in einen Blumentopf zu setzen. Alternativ kann man auch ein Stück mit Keimansatz aus der Wurzel herausschneiden und mit der Schnittfläche nach unten direkt einpflanzen. Ein kleines Stück Ingwer lässt man herausstehen. Die beste Zeit für eine Pflanzung ist das Frühjahr, da die tropische Pflanze naturgemäß wärmeliebend ist. Trotzdem braucht sie (abgesehen von ausreichend hohen Temperaturen) nicht viel zum Gedeihen: Mäßig feucht gehalten, wachsen aus dem Wurzelstock schon recht bald dicke Stängel mit langen Blättern, so dass die Pflanze Ähnlichkeit mit Schilf hat. Und sie blüht sogar, wenn auch für mich etwas unspektakulär.

In den Tropen und Subtropen, wo Ingwer auf Plantagen für den Weltmarkt angebaut wird, hat die Pflanze eine Höhe von 50 bis 150 cm. Bei uns bleibt sie regelmäßig kleiner, wahrscheinlich weil Temperatur und Luftfeuchtigkeit nicht hoch genug sind. Wir haben die Töpfe im unbeheizten Wintergarten. Frost vertragen die Pflanzen nicht, ebenso wenig wie Staunässe. Eine Düngung ist nicht erforderlich.

Die Wurzel wächst horizontal und verzweigt sich. Je mehr Verzweigungen sich gebildet haben, desto älter ist die Wurzel.

Nach einigen Monaten, wenn sich die Blätter wie bei Zwiebel- und Knoblauchgewächsen gelb färben und langsam eintrocknen, kann geerntet werden. Dazu schneidet oder bricht man einfach ein Stück der Wurzel ab. Der Rest kann im Herbst hell und warm und ohne Gießen überwintern.
PS: Der Ingwer auf der Startseite sieht doch original aus wie ein Damenstiefel, oder?

Gelesen 649 mal Letzte Änderung am 10.05.2017