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Süßkartoffeln anbauen

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Süßkartoffeln sind bekanntlich wärmeliebende Pflanzen, die bei den immer heißeren Sommern inzwischen aber auch in unseren Breitengraden gut im Freien wachsen. Einige Landwirte haben bereits angefangen, sie in großem Stil anzubauen.

Bei uns wachsen Süßkartoffeln teils in Töpfen und teils auf unserem Ackerstreifen. Wie Kartoffeln auch lockern sie verfestigte Böden. Im Frühling ziehen wir unsere Süßkartoffelpflanzen vor. Die Anzucht mittels Stecklingen ist erheblich günstiger als der Kauf vorgezogener Pflanzen. Zur Stecklingsgewinnung kaufen wir im Handel Bio-Süßkartoffeln, die von der Sorte und den nötigen Anbaubedingungen passen und nicht mit einem Keimschutz behandelt worden sind. Laut einer Untersuchung der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf aus dem Jahr 2014 eignen sich die Sorten Beauregard, Bonita, Evangelina, Murasaki und Covington für einen Freilandanbau. Wir schneiden die Knollen einmal horizontal in der Mitte durch und setzen die Hälften mit Hilfe von Schaschlikspießen auf mit Wasser randvoll gefüllte Einmachgläser. Schon nach einigen Tagen bilden die Kartoffeln Wurzeln aus, die nach und nach das Glas durchziehen. Danach dauert es etwas, dann entwickeln sich an den „Augen“ der Knolle neue Triebe. Diese Stecklinge trennen wir ab und lassen sie in einem Glas eigene Wurzeln ziehen. Der scheinbar umständliche Weg der Knollen- und separater Stecklingsbewurzelung lohnt sich, denn der Ertrag ist deutlich höher als bei direkt eingepflanzten Knollen, wie wir auch ausprobiert haben. In eine Reihe haben wir abwechselnd Stecklingspflanzen und deren Mutterknollen gesetzt. Bei der Ernte im Herbst war deutlich erkennbar, welches welches war.

Süßkartoffeln
Süßkartoffeln (© Nina Dittmann)

Die Pflanzen setzen wir nach den Eisheiligen, meist aber erst im Juni, in hohe Pflanzcontainer oder mit einem Abstand von 30-40 cm in unseren Ackerstreifen. Zusätzliche Knollen kann man im Laufe des Sommers gewinnen, indem man die langen Ranken an einigen Stellen mit Erde bedeckt. An diesen Absenkern wachsen mit etwas Glück auch Knollen, sofern die Pflanze lange genug im Boden bleiben kann.
Bevor die ersten Nachtfröste einkehren müssen die Süßkartoffeln aus dem Boden. Bei Frostschäden verlieren sie ihre Lagerfähigkeit. Kälteschäden erleiden zuerst die Blätter, für uns das deutlichste Zeichen zur Ernte. Man erntet sie wie Kartoffeln mit einer Grabgabel. Die Knollen wachsen recht dicht unter der Oberfläche. Blätter und Stiele verfüttern wir an unsere Kaninchen, die sich mit Eifer darauf stürzen und die langen Ranken innerhalb kürzester Zeit restlos verspeisen. Das Kraut ist übrigens auch für Menschen genießbar und wird wie Spinat zubereitet. Oft haben sie Süßkartoffeln originelle Formen: Sie sind gezwirbelt, gebogen oder länglich gezogen, es ist also jedes Mal wieder eine Überraschung, was man für Naturkunstwerke man aus dem Boden zieht.
Wie Kartoffeln auch sollten die geernteten Süßkartoffeln zunächst einige Tage ausgebreitet lufttrocknen. Anschließend lagern wir sie in Kisten in einer dunkeln Scheunenecke ein, natürlich geschützt vor Mäusen und anderen unliebsamen Besuchern. In der Verarbeitung sind Süßkartoffeln ähnlich wie Kartoffeln, mit den Unterschied, dass sie auch roh und mit Schale genießbar sind. Beim Kochen werden sie schneller weich und verlieren an Aroma. Am besten bereitet man sie daher im Ofen zu, es sei denn, man wünscht sich die mehlige Konsistenz, etwa für Süßkartoffelpüree oder für Brotaufstriche. Aus dünnen oder gedrehten Kartoffeln machen wir Süßkartoffelchips.

Süßkartoffelauflauf

  • 500 Gr. Süßkartoffeln
  • 300 Gramm Karotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Stück frischer Ingwer
  • 2 Eier
  • 1 Becher Sahne
  • 100 ml Milch
  • 100 ml Creme Fraiche
  • Pfeffer, geriebene Muskatnuss, Thymian
  • 100 Gr. geriebener Bergkäse
  • Kürbiskerne zum Bestreuen

Die Süßkartoffeln und Karotten schälen und in dünne Scheiben schneiden. Abwechselnd in einer gefetteten Auflaufform schichten. Knoblauch und Ingwer fein hacken. Die Eier in einer kleinen Schüssel verquirlen. Sahne, Milch, Creme Fraiche, zwei Drittel des geriebenen Käses und die Gewürze hinzugeben und verrühren. Den Auflauf mit der Soße übergießen und mit dem Rest Käse bestreuen. Kürbiskerne auf die Käseschicht geben und im vorgeheizten Backofen ca. 45 Minuten bei 180 Grad überbacken. Den Auflauf eventuell abdecken, wenn die Käseschicht zu schnell braun wird.

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