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Topinambur

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Dieses Jahr haben wir das erste Mal Topinambur in Töpfen gezogen, ein Versuch mit Knollen aus dem Supermarkt. Topinambur ist dafür bekannt, dass er sich im Garten wie Unkraut vermehrt und schwer zu beseitigen ist, wenn er erst einmal heimisch geworden ist, zumal er auch starken Frost gut übersteht. Vorsichtshalber haben wir daher erstmal die Topflösung gewählt.

Topinambur gehört zur selben Gattung wie Sonnenblumen und sieht entsprechend ähnlich aus. Die Triebe können ebenfalls bis zu drei Meter hoch werden. Oben in den letzten Pflanzenachseln werden etwa ab August etwa vier bis acht cm große, kräftig gelbe Blütenstände gebildet, die - wie Sonnenblumen ja auch - sehr hübsch im (Gemüse-)Garten sind. Im Herbst dann sterben die Triebe ab und die Pflanze überwintert mit Rhizomen.
Topinambur stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, wächst aber besser in lockerer, sandiger Erde, wie wir im direkten Vergleich festgestellt haben. Gedüngt haben wir nicht.

Topinambur
Topinambur (© Nina Dittmann)

Die über den Sommer ausgebildeten neuen Knollen haben wir geerntet, als die Triebe unansehnlich braun wurden. Unsere Ernte fiel der Topfgröße entsprechend etwas geringer aus, aber für eine leckere Suppe hat die „Probepflanzung“ locker gereicht.
Topinambur ist der Kartoffel sehr ähnlich, weshalb sie in anderen Gebieten auch Erdapfel, Erdbirne oder Rosskartoffel genannt wird. Er stammt usprünglich aus Mittelamerika und wurde nach einer Indianerart benannt.

Die Knollenhaut ist beige, gelb oder sogar rosa-violett, das Fleisch weiß. Er kann auch wie Kartoffeln verarbeitet werden, so dass ich einfach mein Kartoffelsuppenrezept modifiziert habe:

  • 500 Gr. Topinambur
  • 2-3 Kartoffeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 200 ml Milch
  • 500 ml Wasser
  • 2 EL Creme Fraiche
  • Frisch gehackte Petersilie

  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Topinambur, Kartoffeln und Knoblauch schälen und grob zerteilen. Im Milch-Wasser-Gemisch etwa 20 Minuten kochen lassen, dann pürieren. Gehackte Petersilie und Creme Fraiche unterrühren und gut würzen.

Der Geschmack von Topinambur ist etwas nussig, süßlich und erinnert an Artischocken. Die Knollen können aber auch roh, gekocht, gedünstet oder gebacken gegessen werden. Es gibt wie so oft unzählige Zubereitungsmöglichkeiten, sogar als Chips oder in Brot gebacken.

Unser Fazit daher: Da wir die kleinsten Knollen einfach im Topf gelassen haben, gucken wir, was nächstes Jahr daraus wächst. Es sollen schon Knollenbruchstücke für neue Pflanzen reichen. Wir werden die Kultur in Töpfen lassen, da die Pflanzen so anspruchslos sind, dass sie bei passenden Bedingungen leicht verwildern und heimische Arten verdrängen. Wildschweine sind beinahe die einzigen natürlichen Fressfeinde von Topinambur, und die wollen wir natürlich nicht noch extra anlocken.

Die Knollen ergaben schon dieses Jahr eine einfache, zusätzliche Ernte, mit der wir weiter in der Küche ausprobieren werden.

PS: Übrigens kann man laut Duden sowohl „die Topinambur“ als auch „der Topinambur“ sagen, in der Mehrzahl sagt man „Topinamburen“. Wusste ich vorher nicht…

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