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03.10.2016

Ganz schön tapsig: Deutsche Pekingenten

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Ursprünglich stammt diese Ente – wie ihr Name schon vermuten lässt - aus Südostasien, von dort wurde sie 1873 in die USA importiert.
Im Vergleich zu den übrigen damals gehaltenen Entenarten wuchs sie schneller, stellte keine besonderen Ansprüche an das Futter und zeigte sich sehr anpassungsfähig an verschiedene klimatische Bedingungen.

Über England gelangte die Pekingente nach Deutschland und entwickelte sich hier durch weitere Züchtungen zu einer eigenen Rasse, die sich optisch von der Amerikanischen und der Englischen Pekingente unterscheidet. Deutsche Pekingenten haben eine aufrechte Körperhaltung und einen vergleichsweise eckigen Körper. Sie ähneln damit Pinguinen. Die Körperhaltung ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Entenarten.
Pekingenten gehören zu den schweren Entenrassen. Eine Ente wiegt etwa 3 Kg, ein zweijähriger Erpel etwa 3,5 Kg. Da sie so schwer sind, können sie zwar flatternd leicht abheben, nicht aber fliegen.

Kleine Deutsche Pekingente
Kleine Deutsche Pekingente (© Nina Dittmann)

Die deutsche Pekingente gilt aktuell als stark gefährdet. Nach einer Tierbestanderhebung der GEH (Gesellschaft zu Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.) gab es 2013 noch 147 registrierte Erpel und 313 weibliche Tiere (Quelle: GEH).

Mit ihren breiten Pausbacken, ihrer vollen Stirn und ihren leicht nach oben gezogenen Schnäbeln sehen sie immer fröhlich lächelnd aus und haben damit schon rein optisch unser Herz erobert.
Das weiße Gefieder ist sehr dicht, das Untergefieder hat viele Daunen. Bei genauer Betrachtung sind die Enten nicht reinweiß, sondern haben einen leicht gelblichen Touch. Insgesamt wirken Pekingenten immer irgendwie tapsig, aber auch das macht sie nur sympathischer für uns!
Im Frühjahr diesen Jahres haben wir uns Bruteier besorgt, da wir zukünftig einen eigenen kleinen Stamm halten wollen. Leider sind nur zwei Küken geschlüpft, zwei kleine Entenmädchen. Im Sommer haben wir den beiden einen Erpel aus einer anderen Blutlinie zur Seite gestellt. Nun warten wir gespannt auf das nächste Frühjahr…

Alle drei haben sich auf Anhieb verstanden und watscheln seither einvernehmlich wackelnd über die Weide. Eigentlich sollen Pekingenten eher scheu sein, das aber kann man von unseren Tieren nicht behaupten. Sobald sie etwas oder jemanden hören und Futter vermuten, geht ein lautstarkes Geschnatter und Getöse los, mit dem sie sogar dem Grunzen unserer Schweine Konkurrenz machen. Der Erpel ist von Natur aus nicht so stimmgewaltig, er krächzt eher heiser, wenn auch nicht weniger aufgeregt. Alle stürmen, so schnell es ihre schwimmhautüberzogenen Füßchen erlauben, auch aus der hintersten Ecke zum Weidetor. Ruhe kehrt erst ein, wenn Leckerbissen wie eingeweichtes Getreide, Salat, Kartoffeln oder Bananen heruntergeschlungen sind und mit vielen Schlucken Wasser zwischen- und nachgespült wird.

Gelesen 908 mal Letzte Änderung am 03.10.2016
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