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23.11.2016

Vorwerkhühner

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Heute möchte ich Euch die letzten noch fehlenden Vertreterinnen seltener Haustierrassen auf unserer Minifarm vorstellen: Unsere goldigen Vorwerkhühner.

Die beiden Hennen haben wir gleichzeitig mit unseren Pekingenten aus Bruteiern gezogen. Heute stolzieren sie wie selbstverständlich zwischen den Enten umher und haben sogar lange Zeit lieber mit ihnen im Bodennest übernachtet als in ihrem eigens gebauten, viel komfortableren Hühnerstall. Unsere Hühner und Enten bilden eine Combo, die so unzertrennlich und originell ist, dass sie in meinem neuen Buch über die Freilandhaltung seltener Schweinerassen sogar ein eigenes Kapitel bekommen hat.

Vorwerkhühner, Kueken
Vorwerkhühner (© Nina Dittmann)

Vorwerkhühner wurden etwa um das Jahr 1900 in Norddeutschland von Oskar Vorwerk gezüchtet – daher der ausgefallene Name, bei dem man normalerweise ja mehr an Staubsauger denkt.
Uns hat es die besondere Farbgebung dieser Rasse angetan, deren Hennen und Hähne übrigens gleich gezeichnet sind: Kopf- und Halsfedern sind ebenso wie der Schwanz samtig glänzend schwarz und bilden einen tollen Kontrast zum übrigen goldgelben Gefieder.
Wie viele gefährdete Geflügelrassen auch können die Vorwerkhühner in puncto Legeleistung nicht mit den modernen Wirtschaftshühnerrassen mithalten. Sie legen eben nicht wie am Fließband jeden Tag ein Ei und wurden deshalb im Laufe der Zeit zugunsten speziell gezüchteter sogenannter Hybriden zurückgedrängt. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Vorwerker so gut wie ausgestorben, für die Zucht standen 1946 noch ganze zwei Hähne und 26 Hennen zur Verfügung.
Heute hat sich der Bestand zum Glück wieder erholt, die Rasse steht »nur noch« auf der Vorwarnstufe der Roten Liste.

Uns ist die Legeleistung egal, wir freuen uns über jedes Ei, das wir finden, und wenn von den Beiden keins da ist, freuen wir uns an unseren hübschen Hühnern. Interessant ist übrigens, dass die Küken der Vorwerkhühner genau andersherum gezeichnet sind als die Elterntiere: schwarzes Köpfchen und beiger Körper. Ganz niedlich, wenn sie so anfangs durch ihre Aufzuchtkiste toben oder aber, wie es uns auch schon geglückt ist, in Naturbrut geschlüpft sind.

Bleibt uns nur zu hoffen, dass wir unseren Hühnern bei der drohenden Stallpflicht aufgrund der sich ausbreitenden Geflügelpest noch lange den Luxus eines freien Auslaufs gönnen können! Noch gilt die Verordnung nicht in unserem Bereich…

Gelesen 1354 mal Letzte Änderung am 23.11.2016
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