20.03.2017

Kräuterhochbeet

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Oh, wie schön, jetzt haben wir ein Küchenkräuterhochbeet direkt am Haus!

Die Jahre zuvor wuchsen Petersilie, Schnittlauch und Co. mehr schlecht als recht im hier leider sehr lehmigen Boden. Trotz alljährlicher Bodenverbesserung war unser Kräuterbeet im Sommer regelmäßig steinhart und wenig durchlässig für Nährstoffe und Wasser.

Die Ernte war gemessen am Aufwand reichlich mager. Mediterrane Kräuter wie Basilikum, Thymian und Rosmarin mussten wir in einzelnen Kübeln ziehen, denn für den Anbau im Freien war der Boden zu lange zu feucht und zu kalt. Das wird sich jetzt ändern!

Ein Hochbeet bietet auf wenig Grundfläche viel Platz zum Pflanzen und man kann sehr viel früher und länger ernten. Durch die Zersetzung der organischen Füllmaterialien im des Beet entsteht Wärme, die die Pflanzen schneller wachsen lässt und gerade den mediterranen Kräutern natürlich sehr entgegenkommt. Eine Frühbeetabdeckung kann die Erntezeit noch zusätzlich vorverlegen und im Herbst entsprechend verlängern.

Kräuterhochbeet
Kräuterhochbeet (© Nina Dittmann)

Aus Zeitgründen haben wir im Baumarkt einen fertigen Bausatz aus Holz für den Rahmen gekauft. Man kann ihn aber natürlich auch einfach und mit Sicherheit kostengünstiger selbst bauen. Viele gute Tipps und Gestaltungsideen für Gemüse-, Kräuter- und Blumengärten gibt es im Ratgeber „Das Hochbeet“ von Brigitte Kleinod, erschienen im Pala-Verlag Darmstadt

Allen Hochbeeten gemeinsam ist das Befüllen in verschiedenen Schichten: Wir haben Laub, kleinere Äste, Grassoden, Kompost und Erde genommen. Das zeitige Frühjahr ist der beste Zeitpunkt zum Anlegen eines Hochbeetes, da man dann gut auf die verschiedenen organischen Schichten zurückgreifen kann. Laub lag noch auf einigen Beeten, Holzabfälle hatten wir durch den Obstbaumschnitt, Grassoden fanden sich reichlich im Feld an Stellen, an denen Wildschweine die Wege umgepflügt hatten und unseren Kompost setzen wir automatisch um nach dem Winter.

Unten in den Rahmen sollte ein Kaninchendraht gelegt werden, damit Wühlmäuse und andere Nager sich nicht in das Beet graben können. Darauf kommt eine Lage alter Blätter, dann der frisch geschnittener Reisig (alternativ auch grobes Häckselgut oder Rindenmulch) und darauf die Grassoden mit ihren Wurzeln nach oben. Diese Schicht verhindert, dass der feinere Kompost und die Erde nach unten rieseln und das Beet zu schnell absackt. Stehen keine Grassoden zur Verfügung, sollte man nach der letzten Drainageschicht ein Vlies einlegen.
Absacken wird ein Hochbeet durch die Zersetzung des Materials automatisch jedes Jahr, man muss daher in jedem Frühjahr wieder mit Kompost auffüllen. Nach fünf bis sechs Jahren muss man es dann komplett neu anlegen.
Das Ganze deckt man 30-40 cm mit einem Substrat ab und fertig ist das Hochbeet.

Nun kann es bepflanzt werden. Bei der Einteilung des Beets sollte man berücksichtigen, welche Kräuter mehrjährig sind, welche neu ausgesät werden, welche hoch wachsen und welche niedrig, welche Starkzehrer sind und welche Schwachzehrer. Die üblichen „einheimischen“ Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie sind Mittel- bis Schwachzehrer und benötigen einen mäßig feuchten Boden mit einer Mischung aus Kompost und lehmigen Sand (1:1) oder aus Mutterboden und Sand (2:1). Petersilie möchte allerdings jedes Mal einen neuen Platz haben.
Die mediterranen Kräuter stellen noch weniger Ansprüche an den Boden. Sie lieben es warm, trocken, wasserdurchlässig und nährstoffarm. Das Substrat sollte in diesem Teil des Hochbeets daher zu einem größeren Teil mit Sand oder Schotter vermischt werden.

Für unser Beet hatten wir Schnittlauch, Knoblauch und Petersilie vorher großzügig aus dem bestehenden Beet ausgestochen und an ihrem neuen Platz etwa 70 cm höher auf der schattigeren Seite wieder eingesetzt. Als weitere Erstbepflanzung werden Schnittsalat, Dill, Mangold und Radieschen folgen. Und sobald es noch etwas wärmer wird, kommen auf die sonnigere Seite Thymian, Basilikum, Estragon, Salbei, Oregano und andere mediterrane Halbgehölze dazu, die wir oft und viel in der Küche brauchen.

Wir freuen uns schon jetzt auf unsere Ernte!

Gelesen 1194 mal Letzte Änderung am 20.03.2017

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